Cassandra aus der Gerberstadt
Portrait einer kleinen, ganz großen Hündin




Unsere Cassandra wurde geboren am 9. Mai 1995 um 4.25 Uhr und hatte ein Geburtsgewicht von 330 g. Sie war der zweite Welpe im ersten Wurf ihrer Mutter und schon damals stand fest: Die wird bleiben. Im gleichen Wurf fiel zwar noch eine zweite Hündin, jedoch hatte und bekam die niemals die Ausstrahlung, die Sandy schon bei der Geburt von den anderen unterschied. Sandy war immer eine Besondere. Als alle anderen Welpen schon aus der Kiste krabbelten, blieb sie einfach liegen, wurde sie herausgesetzt fing sie ganz jämmerlich an zu schreien. Das änderte sich jedoch bald und sie war die Anführerin der kleinen Meute. Sandy mag bis zum heutigen Tag keine Glockengeläute. Wenn die Glocken zu läuten begannen, fing sie ein Wolfsgeheul an und die anderen stimmten lautstark ein. Sandy war und ist immer einzigartig gewesen und ein Hund mit einer Uhr im Bauch. Sandy weiß wann es morgens Zeit ist aufzustehen, sie weiß wann die Fressenszeiten sind und sie weiß wann es Zeit ist ins Bett zu gehen. Das kann manchmal ganz schön anstrengend sein. Überhaupt dann, wenn man einmal länger aufbleiben will.


Cassandra im Alter von 8 Wochen

Mit neun Monaten wurde sie zur Zuchtzulassung gemeldet und bekam diese mühelos mit einem Vorzüglich. Das war der Beginn einer großen Karriere. Sandy wurde zwischen 1996 und 1999:

23x unter 19 verschiedenen inländischen und ausländischen Richtern ausgestellt, immer im Bereich des Jagdspaniel-Klubs. Sie erhielt von allen den Formwert "Vorzüglich", im einzelnen 17 x V1, 5 x V2, 1xV3, 3 Jugendanwartschaften des Jagdspaniel-Klubs, wurde Bester Junghund aller Rassen in Krefeld, 13 Anwartschaften auf den Titel Deutscher Champion Jagdspaniel-Klub, 1 Reserve Anwartschaft, 3x CACIB, 1x Res. CACIB, wurde 11 x Best of Breed, errang die Titel Deutscher Jugendchampion, Deutscher Champion Klub und VDH, Bundessieger 1998.


Cassandra im Alter von 3 Jahren

Sandy ist kein spektakulärer Hund und ganz bestimmt kein Eyecatch, sie ist in jeder Beziehung moderat, eher eine Hündin für den zweiten Blick. Und gerade das ist ihre Stärke. Wo beispielsweise andere Springer im Ring spektakuläre Aktionen zeigen, die manches Mal doch die Grenze zum Rassetypischen im Negativen überschreiten, ist sie immer in jeder Beziehung ein idealer Springer. Hier eine Beschreibung, stellvertretend für viele, von einem Richter, der selbst Züchter der Rasse English Springer Spaniel ist:

"Wunderschöner Typ, mit herrlichen Proportionen, supereleganter Kopf mit herrlichem Ausdruck, deutsches Gebiß, sehr schöne Hals- und Oberlinie, wunderschöner Körper mit korrekter Breite über der Lendenpartie, moderate Winkelungen, die die typischen Springerbewegung geben. Genug Knochen und gute Breite im Oberschenkel. Schönes Haar, sehr schöne Farben. - A true springer!"

Ganz besondere Freude machten uns immer erfolgreiche Ausstellungen, auf denen Richter waren, die selbst English Springer züchten. So erreichte sie das BOB unter anderem bei Mrs. Frances Jackson (Zwinger Mompesson) und unter Ian Hampton, der auch Präsident des English Springer Spaniel Klubs in England ist.

Aber bei aller Freude über einen so schönen selbstgezüchteten Hund, darf man die Eltern und die Züchter der Eltern nicht vergessen:

Die Mutter: Debanza Society Belle stammt aus England und wurde von Alex und Ann Geddes gezüchtet. Einen großen Dank an dieses Züchterehepaar, die Cherry im Alter von 11 Monaten nach Deutschland ziehen ließen. Es war eine ihrer "hope for the future" und wurde unsere Foundation Bitch.


Sandy und Cherry

Der Vater: Strathnaver Barley Wine, der unvergessene Mozart. Gezüchtet von Familie Gunn in England und im Besitz von Svend Loevenkjaer, Dänemark, war ein Weltenbummler und hinterließ in Kontinentaleuropa viele gute Nachkommen, von denen Sandy eine der besten ist. Auch hier einen ganz großen Dank an Mozart und Züchter und Besitzer.


Strathnaver Barley Wine "Mozart"
auf der Weltsieger in Bern 1994

Jetzt bleibt nur noch zu hoffen, daß wir ein gutes Händchen bei Sandy’s Ehemännern haben und sie ihren Teil dazu beiträgt, die Rasse English Springer in Deutschland noch bekannter und beliebter zu machen und wir über ihre Nachzucht der Rasse das geben können, was sie uns gab.

Im Juli 1999