Tips zum Hundekauf


Sie haben sich entschlossen in Zukunft Ihr Leben mit einem Hund zu teilen?!
Hier einige Tipps, die Ihnen das Suchen erleichtern sollen:

1. Suchen Sie die Hunderasse, die zu Ihnen passt.
2. Suchen Sie den Züchter, der zu Ihnen passt.

Wie findet man nun die richtige Rasse?
Informieren Sie sich eingehend über die Bedürfnisse der von Ihnen bevorzugten Rasse(n). Dazu sind Gespräche mit Besitzern und Züchtern nötig. Wobei Züchter natürlich immer die Vorzüge ihrer Rasse preisen werden. Aber fragen Sie auch nach Problemen in der Haltung und im Zusammenleben. Hier nur ein Beispiel: Sollten Sie sich für einen Hund einer nordischen Rasse entscheiden, aber selbst die kalten Monate lieber am warmen Kamin verbringen, ist es zu bezweifeln, dass diese Rasse die zu Ihnen passende ist. Oder wenn Sie am liebsten bei 30 Grad im Schatten joggen gehen, dann sollte vielleicht nicht unbedingt ein Neufundländer Ihr Begleiter werden. Das sind jetzt sicher Extrembeispiele, aber es ist ganz wichtig die eigenen Bedürfnisse mit denen Ihres zukünftigen Hundes abzugleichen.

Züchter und Rasseliebhaber finden Sie u. a. auf großen Hundeausstellungen. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen eine so genannte „Zuchtschau“ einmal zu besuchen. Man kann zwar sehr geteilter Meinung über den Sinn oder Unsinn einer solchen Veranstaltung sein, (ich gestehe, ich stelle meine Hunde gerne aus, jedoch sind die Zuchtschauen verkommen zu reinen Ausstellungen, die mit Zucht nicht mehr viel zu tun haben) aber es ist der beste Weg Kontakte zu knüpfen. Andere Möglichkeiten die Rassen kennen zulernen gibt es auf den örtlichen Hundeplätzen und natürlich über die vielen Seiten im Internet. Wobei das Internet immer nur die erste Kontaktaufnahme sein kann. Es ersetzt niemals das persönliche ausführliche Gespräch mit dem Züchter.

Wenn Sie dann die Rasse Ihres Lebens gefunden haben, sollten Sie mit einem oder mehreren Züchtern Kontakt aufnehmen. Wir empfehlen natürlich Züchter aus dem Bereich des VDH (Verband für das Deutsche Hundewesen). Es ist nun nicht so, dass sich beim VDH nur die „guten“ Züchter tummeln (nein, auch hier gibt es schwarze Schafe), aber die Chance ist einfach größer an einen seriösen Züchter zu geraten.

Nun, die richtige Rasse(n) haben Sie gefunden. Wie finden Sie jetzt auch noch den Züchter, der zu Ihnen passt? Es ist ganz wichtig, dass der Züchter bei dem Sie einen Hund kaufen wollen Ihnen sympathisch ist. Sie werden nämlich eine ganze Zeit mit dem Züchter „zusammenarbeiten“ müssen. Man wird Ihnen diverse Fragen stellen, speziell über Ihre Lebensweise. Sie sollten also im Vorfeld für sich folgendes abklären:
  • Ein Hund kostet Geld, bin ich bereit und fähig diese laufenden Kosten zu tragen?
  • Habe ich das Einverständnis meines Vermieters zur Hundehaltung?
  • Habe ich die Zeit mich ausreichend um meinen Welpen/Hund zu kümmern?
  • Ist der restliche Haushalt mit meiner Hundewahl einverstanden?
  • Was mache ich mit dem Hund während des Urlaubs, Krankheit oder sonstiger längerfristiger Abwesenheit?
Sehen wir uns die einzelnen Fragen einmal genauer an:

Da wären die Kosten:
  • Der „Anschaffungspreis“ ist noch das Geringste.
  • Die Grundausstattung: Körbchen, Decke, Näpfe, Halsband und Leine, Kamm und Bürste, vielleicht noch eine Box für das Auto.
  • Futter
  • Tierarzt
  • Haftpflichtversicherung
  • Hundesteuer
  • Eventuell Kosten für das „Trimmen“



Einverständnis des Vermieters:
Sollte auf jeden Fall eingeholt werden, wenn Sie in einer Mietewohnung leben.


Zeit:
Ist ein ganz wichtiger Faktor. Bedenken Sie, die ersten Wochen Ihres Welpen sind von grundlegender Bedeutung für sein ganzes folgendes Leben. Sie sollten während dieser Zeit soviel wie möglich mit Ihrem Welpen zusammen unternehmen. Aber auch später sollte der Hund nicht über viele Stunden alleine sein. Der Hund braucht freien Auslauf, der Garten reicht nicht, der ist gerade gut um einmal schnell das „Geschäft“ zu erledigen, aber er ist für den Hund keine befriedigende Freizeitbeschäftigung. Deshalb sind wir der Meinung, dass ein Garten nicht unbedingt sein muss, er erleichtert allerdings einiges. Bedenken Sie auch, dass ein Hund Schmutz mit in die Wohnung bringt und dass er haart. Auch nimmt er in seiner überschwänglichen Freude auf gute Kleidung keine Rücksicht.

Wie sieht es bei den Mitgliedern Ihres Haushaltes aus? Sind auch diese bereit mit einem Hund zu leben oder ist es nur Ihr eigener Wunsch? Wir meinen, wenn die Hausfrau/der Hausmann keinen Hund haben will, sind die Probleme vorprogrammiert. Also nur einen Hund anzuschaffen, weil die Kinder das gerade so „süß“ finden oder der Partner, der nur am Abend zu Hause ist, einen Hund will, ist nicht der richtige Ansatz.

Wie ist Ihre Urlaubsgestaltung? Können und wollen Sie einen Hund mitnehmen? Bedenken Sie, er wird leiden wenn Sie ihn in dieser Zeit in ein „Hundehotel“ abschieben. Er kann nicht verstehen, dass es nur eine vorübergehende Zeit sein wird. Ein Hund lebt nur in der Gegenwart!

Alle diese Fragen wird ein Züchter Ihnen stellen, sind Sie darauf vorbereitet!

Wie aber stellen Sie nun fest bei welcher Art von Züchter Sie gelandet sind?

Nun, es sollte eine Zuchtstätte sein in der nur eine Rasse gezüchtet wird. Es sollte dort sauber sein und nicht nach Urin „miefen“. Es kann durchaus nach „Hund“ riechen. Die Hunde sollten gepflegt sein und ein aufgeschlossenes Wesen haben. Es sollten nicht zu viele Zuchthunde gehalten werden. Sie sollten auf jeden Fall die Mutter besichtigen können, den Vater wohl in den wenigsten Fällen, da kleinere Züchter meistens keine eigenen Rüden haben. Viele Züchter nehmen weite Wege in Kauf um ihre Hündin zu dem passenden Rüden zu bringen. Es sollten nicht mehr als maximal 2-3 Würfe im Jahr gezüchtet werden. Man sollte sich Zeit für Sie und Ihre Fragen nehmen. Sie sollten nach dem Aufzuchtsraum für die Welpen fragen, sollten sich anschauen wo und wie die erwachsenen Hunde ihr Leben verbringen. Der Züchter sollte in der Lage sein, Ihnen auf alle Fragen bzgl. Futter, Haltung, Erziehung und rassespezifischen Eigenschaften eine befriedigende Auskunft zu geben. Kaufen Sie niemals aus Mitleid! Lassen Sie sich niemals unter Zeitdruck setzen. So nach dem Motto: „Sie müssen jetzt schon sagen, ob Sie den Hund wollen, ich habe noch mehr Käufer und so schnell kriegen Sie von dieser Rasse keinen mehr.“ Wenn Sie feststellen, dass das alles Ihren Vorstellungen nicht entspricht, gehen Sie weiter.

Ein Welpe sollte immer dort gekauft werden, wo er so aufgezogen wird, wie er später einmal leben soll, im Haus und Garten, sozialisiert mit allen möglichen optischen und akustischen Reizen.

Diese Ratschläge erheben keinen Anspruch auf Vollständigkeit, aber vielleicht helfen sie ein bisschen weiter.

© Renate und Dietmar Schleicher, 2002