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Der VDH: „Verband für das Deutsche Hundewesen e.V.“ wer oder was ist das? Der VDH ist lt. Satzung der Dachverband der deutschen Rassehunde-Zuchtvereine! Das war einmal….. Es war einmal ein Dachverband, in dem alle Rassehundevereine, die „etwas auf sich hielten“, Mitglied sein mussten und müssen. Der VDH veranstaltete die CACIB Ausstellungen und kümmerte sich sonst nicht viel um die Rassehundezuchtvereine. Die Rassehundezuchtvereine hatten ihre eigene Bestimmung über Zucht, Ausstellungen, Richterwesen u.s.w. So war das früher als ich als ich meinen ersten Hund bekam und auch einmal ausstellen wollte. Allerdings, zugegeben, das war im letzten Jahrhundert! Dann merkte der VDH welch finanzielles Potential in der Rassehundezucht lag. Und er machte sich zum unbestrittenen Herrscher über die Rassehundezuchtvereine. Also fortan musste jede Schau ihren VDH-Schutz einholen, gegen Bares natürlich, dafür durften dann auch die VDH-Anwartschaften vergeben werden. Leider büßten jedoch die Zuchtklassen ihre Attraktivität ein, denn diese gab es im VDH-Reglement überhaupt nicht. Deshalb darf man in diesen Klassen keine Anwartschaften vergeben. Die Sieger laufen später dann nur um BOB mit. Auch mussten die Rassehunde-Zuchtvereine ihre ganzen Ordnungen dem VDH-Reglement angleichen, dafür stieg dann auch der Beitrag, der an den VDH abzuführen war. Früher gab es auch nur einen Verein für jede Rasse (Einplatzsystem). Dieses musste der VDH jedoch nach diversen Klagen aufgeben. Daraufhin nahm der VDH in seiner Satzung den Passus mit auf, dass die Rassehundezuchtvereine, die die gleichen Rassen betreuen sich in den Zuchtordnungen anzupassen hätten. Wenn sie dieses nicht tun, dann schaltet der VDH sich ein und regelt das. Nun gibt es also für Spaniels eine Zuchtordnung des Jagdspaniel-Klub, des Spaniel-Club Deutschland, des Cocker Club Deutschland und wahrscheinlich hat der Jagdgebrauchsspanielverein, dort wo nur jagdlich gezüchtet wird, auch eine eigene Zuchtordnung. Der VDH tut NICHTS! Der Jagdspaniel-Klub, der älteste der Spanielvereine im VDH, hat bis heute noch nicht verkraftet, dass es inzwischen mehr als einen die Spanielrassen betreuenden Verein gibt. Ist man wie wir, Mitglied im Jagdspaniel-Klub und wird gleichzeitig noch Mitglied in einem anderen Spanielklub, der dem VDH angehört, hat man einiges an „Ungemächlichkeiten“ zu erwarten. So wurde mein Mann als Richter für die Spaniels gesperrt, weil er die „Frechheit“ hatte zusätzlich zu seiner Mitgliedschaft im Jagdspaniel-Klub auch noch die im Cocker-Club (der nur Cocker Spaniel betreut, wir züchten English Springer Spaniel) zu beantragen. Dass wir zusätzlich auch noch Mitglied in zwei englischen English Springer Spaniel Vereinen und im Deutschen Retriever Klub sind, spielt keine Rolle. Nur innerhalb des VDH kann man ohne Schwierigkeiten zu bekommen eben nicht in zwei verschiedenen Vereinen sein, die die gleiche(n) Rassen betreuen. Als Begründung dafür habe ich einmal aus dem Vorstand folgendes gehört: „Man kann ja schließlich auch nicht Mitglied der CDU und der SPD sein.“ Stimmt, die verfolgen naturgemäß und wahrscheinlich auch satzungsgemäß eine unterschiedliche Politik. Die Spanielrassehundevereine verfolgen jedoch als Rassehundezuchtvereine im Sinne der Satzung des VDH gleiche Ziele. Wo liegt da also das Problem? Das Richterwesen hat der VDH nun auch ganz an sich gerissen. So gibt es seit einigen Jahren die so genannten Gruppenkonkurrenzen, in denen die Sieger der einzelnen Rassen konkurrieren und natürlich den BEST IN SHOW Wettbewerb. Dafür braucht es natürlich extra ausgebildete Richter, die so genannten Gruppenrichter und Allrounder. Diese Allrounder behaupten doch tatsächlich, dass sie den Standard von über 400 verschiedenen Rassen kennen, interpretieren und umsetzen können! Nun ich kann das nur bei einer Rasse, nämlich bei der Rasse die ich züchte. Also bewundere ich die Allrounder, ob ihres überragenden Wissens um die einzelnen Rassen, das mir für immer verschlossen bleiben wird. Gleichzeitig bedauere ich die Rassen denen das angetan wird. Denn die Allrounder und Gruppenrichter werden natürlich immer mehr auch zum Richten der einzelnen Rassen eingesetzt. Dann kommt man als Züchter, Besitzer und Liebhaber einer Rasse bestimmt schnell zu dem Schluss, dass der Allrounder vielleicht doch nicht so das „A und O“ der Rasse kennt, aber laut sagen darf man das natürlich nicht, oh nein, denn ein Richter darf ja nicht kritisiert werden, das ist bei Strafe verboten. Auch das steht in einer VDH-Verordnung, welche die Vereine zu übernehmen haben. Überhaupt müssen die einzelnen Rassehundezuchtvereine alles übernehmen, was der VDH beschließt. Schließlich kennt nur der VDH sich mit Hunden wirklich aus. (siehe z. B. die Zu- und Umstände, die bei der Weltsieger-Ausstellung 2003 in Dortmund geherrscht haben und die von verschiedenen Stellen kritisiert wurden. Die Kritik wurde vom VDH ganz entschieden zurückgewiesen!) Kritik an Verordnungen und Bestimmungen ist weder im VDH noch im Rassehundeklub gestattet. Wenn man eine eigene Meinung hat, dann hat man die für sich zu behalten, sonst droht neues „Ungemach“. Nachdem nun der VDH in allen Belangen der Rassehundezuchtvereine eingegriffen hat, nicht unbedingt zum Vorteil der Hunde, merkte er, dass er als Dachverband der Rassehundezüchter den Rachen noch nicht voll genug hat: Jetzt kamen die Mischlinge dran! Lt. Satzung ist der VDH zu folgendem verpflichtet: Nichtkontrollierte Hundezucht liegt bei Mischlingen, da wird mir wohl jeder zustimmen, vor. Es gibt wohl kaum jemand der gezielt und geplant Mischlinge züchtet und sich dann auch noch die Zeit nimmt, diese ordentlich aufzuziehen. Nun werden also vom VDH die Mischlinge „salonfähig“ gemacht. Stand man lange als Rassehundezüchter da, hat sich auf CACIB Ausstellungen den Hintern platt gesessen am Infostand um den „dummen“ Leuten zu erklären, warum sie bitteschön nur einen Rassehund und dann nur einem von einem VDH-Züchter kaufen sollen, kommen jetzt die „ach, so süßen Mischlinge“ durch die Hintertüre, die da heißt „Mischlingswettbewerb“ und machen eine jahrzehntelange Arbeit kaputt. Ich bitte das nicht falsch zu verstehen, ich habe nichts gegen Mischlinge, nur ich bin voller Überzeugung Züchter von Rassehunden. Die Aufzucht, Haltung und die Pflege, die man als engagierter Rassehundezüchter seinen Würfen angedeihen lässt, ist mit Sicherheit eine andere, als wenn irgendwo eine Hündin auf der Strasse einen ungewollten Deckakt hatte und diese Welpen dann in gute Hände vermittelt werden müssen. Aber solche Mischlinge, die natürlich für einen „Appel und ein Ei“ zu erhalten sind, im Gegensatz zu unseren sorgfältig geplanten Rassehunden, sind natürlich viel billiger, problemloser zu erhalten und auch schneller im Tierheim. Wenn nun also ein VDH die „Mischlinge“ salonfähig machen will, wie steht das im Verhältnis zu seinen Satzungszielen, nämlich dem der Bekämpfung des unkontrollierten Hundehandels und der Reinzucht? (Wahrscheinlich wird die Satzung in Kürze geändert werden!?!) Nach meinem Gefühl schließen sich diese beiden Dinge aus: Ein Verband, der als Dachverband aller Rassehundezüchter anerkannt werden will, kann nicht Rassehunde und Mischlinge gleichzeitig betreuen. Jetzt werden schon Kriterien herausgearbeitet, wie eine Mischlingsschau abzuhalten ist. Wenn man nun überlegt, dass die so genannten Ausstellungen eigentlich Zuchtschauen sein sollen, frage ich mich, wann die Mischlinge auch VDH-Papiere bekommen werden. Ist das dann der nächste Schritt? Selbstverständlich dürfen in einem so großen Verein, wie der VDH es inzwischen ist, die so genannten „ehrenamtlichen Mitarbeiter“ nicht zu kurz kommen. Dafür hat man dann eine großzügige Spesenregelung bzw. Unkostenerstattung und regelmäßige großzügige Essen in guten Restaurationen, auf Kosten des Verbands. In der Verbandzeitung „Unser Rassehund“ wird darüber auch noch ausführlich berichtet. Der Verband hält sich dann natürlich über Meldegebühren bei den Ausstellern und Beiträgen bei den Rassehundezuchtvereinen schadlos. Dabei werden die Ringe und das Platzangebot auf Internationalen Zuchtschauen natürlich kleiner, aber das nimmt man als Aussteller ja gerne in Kauf. Oh, ich vergaß: Manchmal fällt auch noch etwas für die kynologische Forschung ab. Es immer wieder toll zu lesen, welche Projekte die GKF (Gesellschaft zur Förderung kynologischer Forschung) fördert und welche Ergebnisse dabei herausgekommen sind. Und es wäre bestimmt wünschenswert, wenn die GKF noch mehr Geld zur Verfügung hätte um noch mehr Projekte zu fördern. Wäre es zuviel verlangt, wenn alle die doch „ehrenamtlich“ arbeiten ihre Spesen und Unkostenerstattungen der GKF zur Verfügung stellen würden? Nachdem der VDH nun alles was „Hund“ heißt unter seine Fittiche gebracht hat, wurde das Kartellamt aufmerksam: Der VDH wurde im August 2003 zu einer Anhörung beim Bundeskartellamt geladen. Nach Auffassung dieses Amtes liegt beim VDH eine Monopolstellung vor, da dieser „die Dienstleitungen rund um den Hund“ dominiere. So forderte das Kartellamt beispielsweise dass Rüden aus der „Dissidenz“ VDH-Zuchthündinnen belegen dürfen und die Ahnentafeln der Rüden anerkannt werden müssen! In der Ausgabe Nr. 6/04 der Zeitung „Der Jagdspaniel“ lässt uns der Vorstand des Jagdspaniel-Klub wissen, dass Zuchttauglichkeitsbescheinigungen andere Spanielvereine im VDH die aufgrund von reinen Formwertvergaben beruhen, auch wenn sie von deutschen VDH-Richtern ausgestellt wurden für eine Zuchtzulassung im Jagdspaniel-Klub nicht anerkannt werden. D. h. im Klartext: Man darf einen Rüden aus der Dissidenz nehmen, der z. B. als Cocker Spaniel bezeichnet wird, ohne sicher zu sein, dass sich seine Ahnen zurückverfolgen lassen um die eigene VDH-Zuchzugelassene Hündin zu decken. Gleichzeitig darf man aber einen sicher reinrassigen Cockerspaniel-Rüden, dessen Besitzer sich dummerweise seine Zuchtzulassung bei einem deutschen Richter aber im falschen VDH-Club geholt hat, nicht zur Zucht verwenden! Ich muss gestehen, dass mir dazu die Worte fehlen! Trotzdem kann ich kann jedem nur empfehlen: Wenn Sie einen Rassehund suchen, kaufen Sie ihn beim VDH-Züchter, es hat dort bestimmt weniger „schwarze Schafe“ als sonst wo, nur das Prädikat „Besonders Wertvoll“ das hat der VDH mit seiner unsägliche Politik in den Sand gesetzt. Denn der VDH ist jetzt nicht mehr als ein Wirtschaftsunternehmen, getarnt als eingetragener Verein. © Renate und Dietmar Schleicher, 2004 |